Pikler/Gerber

Emmi Pikler

Emmi Pikler  gründete 1946 in Budapest, das „Lóczy“ das noch heute durch seine Forschung und Weiterbildung international als Pikler-Institut bekannt ist.

Der Name Emmi Pikler steht für einen Bewusstseinswandel in der Kleinkindpädagogik: Schon der Säugling wird als Mensch ernstgenommen, wodurch auch die Langzeitschäden einer Kindheit im institutionellen Rahmen nachweislich nicht aufgetreten sind. Emmi Pikler erkannte schon bei ihrer familienberatenden Tätigkeit den Wert der Eigenaktivität und selbstbestimmten Bewegungsentwicklung des Kindes für seine Persönlichkeitsentfaltung. Wenn sein Bedürfnis nach Geborgenheit durch liebevolle Zuwendung zum Beispiel während der Pflege befriedigt wird, kann es in geschütztem Rahmen beim freien Spielen unter anderem Selbstvertrauen, Geschicklichkeit und Ausdauer entwickeln.

Magda Gerber

Magda Gerber lernte die Arbeit von Emmi Pikler als betroffene Mutter kennen und war von der Art und Weise, wie diese sich ihrer Tochter widmete, so angetan, dass sie sich auch nachdem ihre Kinder schon größer waren, intensiv mit dem Lóczy und seinem Ansatz zum Leben mit Säuglingen und Kleinkindern auseinandersetzte und als Assistentin von Dr. Emmi Pikler arbeitete.

In den 50er Jahren wanderte sie nach Amerika aus und auch dort widmete sie sich weiter ihrem neuen Interessengebiet und half einem Kinderarzt bei der Etablierung eines Programms für entwicklungsverzögerte Kinder. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie schließlich gemeinsam mit demselben Kinderarzt die Organisation „Resources for Infant Educarers“ (RIE), eine Einrichtung mit Sitz in Los Angeles, die eine Form von Mutter-Kind-Gruppen entwickelt hat, in denen sie die grundlegenden Erkenntnisse von Dr. Emmi Pikler an interessierte Eltern weitergibt.

 

Magda Gerber sagte:

„Wir sollten erziehen, während wir pflegen, und pflegen, während wir erziehen. Die meisten Menschen meinen, dass Säuglingen Anregung zu geben, ihre Fähigkeiten mit ihnen zu entwickeln und sie zu unterrichten, wichtige und glanzvolle Aktivitäten seien. Das Wechseln der Windeln, Füttern und Baden sehen sie dagegen als unangenehme und banale Pflichten an. RIE geht hingegen davon aus, dass Pflegeaktivitäten die besten Zeiten  für Interaktion, Kooperation, Intimität und gegenseitiges Genießen sind und dass sie soziale Lernerfahrung bieten, die den Säugling und seinen Educarer zu vollständiger Präsenz und Engagement ermutigen.“